Der Tourismus-Monitor Austria ist eine der wichtigsten kontinuierlichen Gästebefragungsstudien im österreichischen Tourismus. Auf Basis der Daten der vergangenen Sommer-Saison werden hier zentrale und spannende Ergebnisse präsentiert. In den kommenden Monaten wird jeweils ein Schwerpunkt vorgestellt; dieser Beitrag behandelt das Thema Mobilität.
T-Mona Urlaubsbefragung
Mobilität: Sommer-Saison 2025

Die aktuellen T-MONA-Daten zeigen: Die Region Bodensee‑Vorarlberg bleibt stark autoorientiert, gleichzeitig gewinnt die Bahnanreise deutlich an Bedeutung.
Privat-PKW dominiert noch, Bahn holt auf
- 62,8 % der Gäste reisen mit dem Privat‑PKW, 9,3 % mit dem Wohnmobil und 23,2 % mit der Bahn an. Während Bahn und Wohnmobil im Zeitvergleich zulegen, geht die PKW-Anreise zurück.
- Der vergleichsweise hohe Bahnanteil ist angesichts der geografischen Lage, der guten Einbindung ins internationale Bahnnetz und des dichten ÖPNV-Angebots in der Region wenig überraschend.
- Für das Mobilitäts- und Angebotsmanagement bedeutet das: Straßen- und Parkrauminfrastruktur bleiben wichtig, zugleich braucht es attraktiv gestaltete Ankunftspunkte für Bahngäste (Bahnhöfe, Knotenpunkte, „Letzte Meile“).
Gründe gegen öffentliche Anreise: Komfort vor Kosten
- Haupthemmnisse gegen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind eingeschätzte Mobilität vor Ort, Anreisedauer, Gepäcktransport und Bequemlichkeit – jeweils von rund einem Drittel bis knapp der Hälfte der Befragten genannt.
- Da der ÖPNV hier im Vergleich zu anderen Regionen sehr gut ausgebaut ist, liegt nahe, dass häufig Informationsdefizite als Grund für „eingeschränkte Mobilität vor Ort“ genannt werden.
- Kosten spielen demgegenüber eine geringere Rolle; sie werden deutlich seltener als Hauptgrund gegen öffentliche Anreise genannt.
- Die „Letzte Meile“ – der Weg zwischen Bahnhof oder Busstation und Unterkunft oder Ausflugsziel – wird zwar von 12,9 % als Unsicherheits- oder Komfortfaktor angegeben, ist aber weniger ausschlaggebend, als die öffentliche Diskussion vermuten lässt.
ÖPNV verbreitet, Sharing mit Potenzial
- 64,7 % der Gäste nutzen während ihres Aufenthalts den ÖPNV häufig oder gelegentlich, 35,3 % gar nicht.
- 57,8 % greifen auf den eigenen PKW oder das eigene Wohnmobil zurück. Daraus ergibt sich Potenzial, mehr mit dem Auto angereiste Gäste zum Umstieg auf öffentliche oder geteilte Mobilität vor Ort zu bewegen.
- Fahrradverleih und Sharing-Angebote werden zwar wahrgenommen, bleiben aber insgesamt schwächer genutzt.
Ansatzpunkte für die Region Bodensee‑Vorarlberg
- Informationen zu ÖPNV, Fahrradverleih und Carsharing sollten bereits in der Inspirations- und Buchungsphase prominent kommuniziert werden, um Informationslücken und Hemmschwellen abzubauen.
- Kombiangebote, die Anreise und Mobilität vor Ort verbinden, erhöhen Komfort und Planbarkeit – besonders bei den Kritikpunkten Anreisedauer, Gepäck und Bequemlichkeit.
- Aspekte der Erreichbarkeit und nachhaltigen Mobilität werden zunehmend relevant für die Gesamtbewertung von Urlaubsdestinationen. Die Ergebnisse bieten Gastgeber:innen und Leistungsträger:innen daher eine wertvolle Grundlage für Gespräche und Produktentwicklung, um sanfte Mobilität in Anreise und Aufenthalt weiter zu fördern.